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Heutzutage werden Brandeinsätze grundsätzlich mit schwerem Atemschutz bestritten. Beim schweren Atemschutz kommen kommen sogenannte Atemschutzgeräte zum Einsatz, die die Feuerwehrleute vor giftigen Rauchgasen und anderen Schadstoffen schützen sollen.

Deswegen sind die Atemschutzgeräte, die die Freiwillige Feuerwehr Euerbach einsetzt umluftunabhängig. Das heißt, es werden Pressluftflaschen mit Atemluft eingesetzt, wodurch ein Atmen unabhängig von der Umgebungsluft ermöglicht wird. Denn der menschliche Körper benötigt mindestens 17% Sauerstoffgehalt in der Umgebungsluft, um überleben zu können. Bei Brandeinsätzen (vor allem im Innenangriff) ist dies meistens nicht gewährleistet. Außerdem würden die Feuerwehrleute Schadstoffe einatmen, die schnell zum Tod führen würden.

AtemschutzueberwachungstafelAtemschutzgeräteüberwachungstafel Regis 300

Die Überwachungstafel für Atemschutzgeräte wird im Heckgeräteraum des Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) in der oberen Ablage aufbewahrt.

Mit Hilfe der Überwachungstafel kann die Einsatzzeit von bis zu 3 Trupps von Atemschutzgeräteträgern elektronisch überwacht werden.

In der Regel übernimmt der Maschinist die Überwachung des Atemschutzes. Dieser Dienst ist sehr wichtig, da er über Leben und Tod entscheiden kann.

Bei Einsatzbeginn wird eine Art Stoppuhr für den jeweiligen Trupp in der Überwachungstafel ausgelöst und der eingesetzte Trupp namentlich eingetragen.

Über ein Bedienfeld können zusätzliche Informationen zu den Trupps oder Einzelpersonen angegeben werden.

Die maximale Einsatzzeit für Atemschutzgeräteträger beträgt 30 Minuten. Danach neigt sich der Sauerstoff dem Ende zu. Aus diesem Grund signalisiert die Tafel dem Überwachenden sowohl akustisch, als auch visuell durch ein Blinken, wenn 1/3, 2/3 und das Ende der Einsatzzeit erreicht sind.

Der Überwachende ist über ein Funkgerät mit den Atemschutztrupps verbunden, welches auf einer speziellen Frequenz sendet. Die Trupps und der Überwachende stehen immer in Funkkontakt und werden über die verbleibende Einsatzzeit auf dem Laufenden gehalten.

Trotz der elektronischen Überwachungstafel wird die Einsatzzeit der Trupps separat manuell überwacht, um das Leben der Atemschutzgeräteträger bestmöglich zu schützen.

Technische Daten:
Hersteller: Dräger
Typ: Regis 300
Länge: 410 mm
Breite: 330 mm
Höhe: 62 mm
Gewicht: ca. 1,5 Kg
Batterie: 1 x 9 Volt Alkalibatterie

Ersatzkleidung für die AtemschutzgeräteträgerErsatzkleidung

Die Ersatzkleidung wird in der Mannschaftskabine im Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) unter der Sitzbank gegen der Fahrtrichtung aufbewahrt.

Wie anstrengend ein Atemschutzeinsatz ist sieht man, wenn sich die Atemschutzgeräteträger nach dem Einsatz enkleiden, erschöpft und "WIRKLICH" schweißgebaded sind.

Damit die Atemschutzgeräteträger nach dem Einsatz nicht frieren und sich nicht erkälten, führen wir auf unserem Fahrzeug 4 x diese Ersatzkleidung, bestehend aus T-Shirt und Jogginganzug mit.

Die Ersatzkleidung ist keine DIN-Beladung, aber sinnvoll auf Fahrzeugen mit Atemschutz!

Pressluftatmer PSS7000Umluftunabhängiger Atemschutz

Mit die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände die sich auf dem Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) befinden sind die umluftunabhängigen Atemschutzgeräte.

Sie sind zum einen in der Mannschaftskabine an den Sitzplätzen des Angriffstrupps gelagert und zum anderen im Geräteraum 1. Letztere werden vom Wassertrupp nach erfolgreicher Herstellung der Wasserversorgung übernommen, so dass der Wassertrupp als zweiter Angriffstrupp unter Atemschutz fungieren kann.

AtemluftflascheUmluftunabhängige Atemschutzgeräte beziehen ihren Luftvorrat aus Pressluftflaschen und sind somit von der Umluft unabhängig. Da es kaum noch Brandeinsätze gibt, bei denen aufgrund von giftigen Rauchgasen ohne Atemschutz vorgegangen werden kann, ist eine Ausrüstung mit Atemschutz unabdingbar.

Die Atemluftflaschen, die die Freiwillige Feuerwehr Euerbach einsetzt sind aus Stahl, jedoch gibt es auch noch Flaschen aus CFK (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff) und Leichtmetall. Zur Befüllung mit Druckluft werden die Flaschen zur Atemschutzwerkstatt Niederwerrn gebracht, wo sie fachgerecht gereinigt und befüllt werden.

AtemschutzmaskeAtemluftflaschen werden entweder mit 200 oder 300 bar gefüllt. Unsere Flaschen haben ein Volumen von 6 Litern und werden mit 300 bar gefüllt.

Daraus ergibt sich: 300 bar x 6 Liter = 1800 Liter Luftvorrat

Bei einem durchschnittlichen Luftverbrauch von 50 Litern / Minute bei mittelschwerer Arbeit ergibt sich eine theoretische Einsatzzeit von ca. 36 Minuten für den Atemschutzgeräteträger. Die tatsächliche Einsatzzeit ergibt sich aber aus der Belastbarkeit des jeweiligen Atemschutzgeräteträgers, da nicht jeder Mensch gleich belastbar ist. Außerdem soll für den Rückzug immer die doppelte Zeit berechnet werden, da es zu schwierigkeiten kommen kann. Somit verringert sich die tatsächliche Einsatzzeit!

Der Aufbau eines Atemschutzgerätes:

  • Das Grundgerät
    Das Grundgerät, welches wir in der Feuerwehr einsetzen ist ein PSS7000 von Dräger und besteht aus einem höhenverstellbaren Tragesystem mit Befestigungseinrichtung für Atemluftflaschen und einem Druckminderer.
  • Die Atemluftflasche
    Die Atemluftflasche hat ein Volumen von 6 Litern und wird bei 300 bar befüllt. Somit ergibt sich ein Luftvorrat von 1800 Litern. Die Atemluftflasche wird am Tragesystem per Klettverschluss befestigt und über einen Schraubverschluss mit dem Druckminderer verbunden.
  • Der Lungenautomat
    Eine weitere Komponente ist der sogenannte Lungenautomat. Dieser wird auf der Gegenseite des Druckminderers angeschlossen, wodurch die Atemluft aus den Atemluftflaschen nur noch mit ca. 5 bar zum Lungenautomaten gelangt. Im Lungenautomaten ist eine automatische Sperre eingebaut, damit nur beim Atmen frische Atemluft nachströmt.
  • Die Atemmaske
    Die Atemmaske wird erst nachdem sie vom Atemschutzträger aufgezogen und auf Dichtigkeit überprüft wurde am Lungenautomaten angeschlossen. Beim einatmen öffnet sich durch einen enstehenden Unterdruck in der Maske im Lungenautomaten ein Mechanismus, der frische Atemluft nachströmen lässt. Verbrauchte Atemluft gelangt über das sogenannte Auslassventil von der Maske nach außen.

Atemschutzgeräteträger gehen IMMER in einem Trupp, also jeweils zu zweit vor! Einer ist der sogenannte Truppführer, einer der Truppmann.

Technische Daten Atemschutzgerät:
Hersteller: Dräger
Typ: PSS 7000
Gewicht: 3,5 KG
Druckanschluss: 200 und 300 bar

Technische Daten Atemluftflasche:
Hersteller: Dräger Safety
Gewicht: 7,1 KG
Rauminhalt: 6 Liter
Zulässiger Betriebsdruck: 300 bar
Zulässige Betriebsthemperatur: -30°C bis + 60° C

Technische Daten Atemschutzmaske:
Hersteller: Dräger
Typ: FPS 7000 ESA
Gewicht: 1,3 KG
Druckanschluss: 200 und 300 bar

Technische Daten Lungenautomat:
Hersteller: Dräger
Typ: PSS ESA
Gewicht: 1,5 KG

Kasten WasserKasten Wasser

Im Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) befindet sich im Geräteraum 1 außerdem ein Kasten Mineralwasser.

Dieser ist in keiner offiziellen Beladeliste vorgeschrieben, ist aber für den Einsatz mit Atemschutzgeräten sehr empfehlenswert.

Da Einsätze unter schwerem Atemschutz für den Atemschutzgeräteträger sehr anstrengend und im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibend sind, erleidet der Atemschutzgeräteträger während des Einsatzes einen enormen Flüssigkeitsverlust.

Durch die große Anstrengung und die Hitze verdampft der Körper viel Wasser, die Schutzanzüge verhindern aber ein Austreten des enstehenden Wasserdampfes nach außen. Der Atemschutzgeräteträger kocht quasi.

Um den Flüssigkeitsverlust schnell wieder zurückzuführen ist daher ein mitgeführter Kasten Wasser sehr sinnvoll. Außerdem kann es natürlich auch bei Einsätzen ohne Atemschutz vorkommen, dass eine beteiligte Person, sei es ein Feuerwehrmann, oder selbstverständlich auch ein Opfer Durst verspürt.

Mobiler RauchverschlussMobiler Rauchverschluss

Seit September 2010 befindet sich im Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) im Geräteraum 3 ein mobiler Rauchverschluss.

Der wohl am häufigsten von der Feuerwehr verwendete Angriffsweg zu einer Brandstelle in einem mehrgeschossigen Gebäude führt über den Treppenraum.

Da dieser Angriffsweg gleichzeitig auch der Rettungsweg für fliehende Personen ist, hat diese Vorgehensweise sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Vorteilhaft ist ohne Zweifel, dass dieser Angriffsweg für die Einsatzkräfte relativ sicher, einfach zu finden und ohne Zeitverzug zu nutzen ist. Da flüchtende Personen den Einsatzkräften entgegen kommen, kann die Selbstrettung von Personen durch die Einsatzkräfte gezielt unterstützt werden.

Weiterhin werden Personen, die sich noch selbst in Sicherheit bringen wollten, so häufig am schnellsten aufgefunden.

Ein sehr gravierender Nachteil dieser Vorgehensweise der Feuerwehr ist jedoch darin zu sehen, dass ein über den Treppenraum vorgetragener Löschangriff durch das erforderliche Öffnen von Türen den wichtigsten Rettungsweg für fliehende Menschen infolge von Rauchausbreitung massiv gefährdet.

Hierfür gibt es den mobilen Rauchverschluss, der einfach am Türrahmen befestigt wird und den Einsatzkräften ein weiteres Vorrücken in verrauchte Räume ermöglicht, den Rauch selbst aber in dem entsprechenden Raum einschließt.

Mit einem Metallgestänge wird der Rauchverschluss im Türrahmen eingespannt. Der "Vorhang" ist aus einem Glasfaserspezialgewebe, welches bis 600° Celsius dauertemperaturbeständig, nicht brennbar und wasser- und schmutzabweisend ist.

Auf den Seiten von www.feuerwehr-euerbach.de werden nur Ausrüstungsgegenstände aufgeführt, die auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Euerbach vorhanden sind.

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2012-04-30

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